Dienstag, 6. Oktober 2009

Reiseberichte -

6. Reisebericht: Sauer-EI

Mit Speck fängt man Mäuse und mit Schokolade die Testesserinnen. Der "Double Chocolate Dream", wie ich ihn spontan genannt habe erntete gefräßiges Schweigen und durchschnittlich 7,5 Punkte. Besonders die Amarettinikrümel kamen super an und schmeckten in der Kombi mit der weißen Schokocreme besonders gut.
Für ein wenig Missfallen sorgte das Eiweiß auf Abwegen in der dunklen Creme. Nach ca. sechs Stunden Kühlschrank hatte sich das nämlich irgendwie abgesetzt und ließ das Ganze ein wenig unappetitlich wirken. Ein wenig überraschend war die Eigensüße der Vollmilchschokoladencreme, vielleicht sollte man das nochmal mit Zartbitter versuchen oder eine 1:1 Mischung machen.

Fazit: Schokolade war, ist und bleibt einfach eine Geheimwaffe. Funktioniert bestimmt auch bei Mäusen.

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Reisestationen -

6. Reisestation: Schockierend Schokoladig

Da in dieser Woche die Schokoladenpudding-Phobikerin abwesend ist, habe ich mich spontan zu einer kleinen Schokoladenorgie hinreißen lassen. Und zwar auf dieser Basis. Für mehr Abwechslung hab ich sowohl weiße als auch Vollmilchschokolade verwendet. Dabei stellte ich erneut fest, dass ich wohl ein eher klassischer Typ bin. Die gute alte Vollmilchschokolade ließ sich problemlos schmelzen und mit dem Eiweiß zu einer geschmeidigen Masse formen. Die weiße Diva hingegen klumpte und verstand sich überhaupt nicht mit dem Eischnee. Es bedurfte einiges an Überzeugungskunst, die beiden zusammenzubringen. Mit ein paar Amarettinikrümeln ließ sich aber einiges retten und jetzt hoffe ich, dass dieses Dessert nicht weitere Schokoladenpuddingphobiker hervorbringt.

Erkenntnis der Woche: Eischnee und weiße Schokolade arbeiten vermutlich deshalb nicht so gut zusammen, weil sie beide Zicken sind, die immer ne Sonderbehandlung wollen.

Samstag, 26. September 2009

Reiseberichte -

5. Bericht: Vanillesauce rettet alles

Der Wackelpudding wurde fest, so weit so gut. Geschmacklich ließ das Ganze jedoch zu wünschen übrig. Irgendwie schmeckte man den Heidelbeer-Vanille-Tee nicht raus, der Mango-Kiwi-Tee schaffte das schon eher, war aber auch nicht überwältigend. Gott sei Dank hatte la.leo.dy eine tolle Vanillesauce gezaubert, in der ich mich gern ertränkt hätte, wäre mehr davon da gewesen. So blieb mir nichts anderes übrig, als den Wackelpudding zu ertränken, dem das auch viel besser tat als mir. Alles in allem bekam das Dessert dann solide sieben Punkte und kam eigentlich recht gut an. Die Alternative Fruchtsaft wurde noch mal ins Spiel gebracht, aber heftige Diskussionen entwickelten sich nicht.

Fazit: Wenn man eine schöne Sauce dazu reicht und der Saft oder Tee genug Eigengeschmack hat, dann kann dieses Dessert durchaus funktionieren, aber wirklich spannend ist es nicht.
Reisestationen -

5. Station: Wackeln für Anfänger

Ich wollte mir mal wenig Arbeit machen und entschied mich deshalb für dieses Rezept. Guter alter Wackelpudding. Ich kaufte mir extra eine neue Teesorte und legte los. Am Anfang ging auch alles gut. Tee gekocht, gesüßt und Gelatine drunter. Fertig. Abkühlen und dann ab in den Kühlschrank. Ich lehnte mich gemütlich in meinem Schaukelstuhl zurück und klopfte mir gedanklich schon mal auf die Schulter. Nach einer Stunde wagte ich den ersten Blick in den Kühlschrank. Laut Beschreibung sollte sich das Ganze ja schon verfestigt haben, hatte es aber nicht. Leicht zweifelnd schloss ich die Kühlschranktür wieder und ließ eine weitere halbe Stunde vergehen, dann eine weitere Stunde...nichts. Panik! Ich holte das Ganze noch mal raus und rührte soviel Gelatine unter, das mir von deren Geruch schon ganz übel wurde. Jetzt musste es aber klappen. Als ich das Haus mit den zwei verschiedenen Varianten verließ, hatte die eine schon eine leicht wabbelige Konsistenz und die andere na ja, reden wir nicht drüber... weitere zwei Stunden im Kühlschrank mussten mich jetzt retten.

Erkenntnis der Woche:Nur weil etwas einfach aussieht, heißt das noch lange nicht, dass es dich nicht ärgern kann.

Freitag, 18. September 2009

Reiseberichte -

4. Bericht: Sauer macht...uuuuuaaahhhh

Also schön, haken wir das ab. Bis auf eine Zitronenfetischistin konnte ich niemanden, auch mich nicht, für meine Zitrusschaumkomposition begeistern. Da halfen auch die improvisierten Waffelschälchen nicht mehr viel. Mit durchschnittlich 4,5 Punkten ist dieses Dessert noch gut bedient. Und bedient war ich auch. Dass nach so viel Aufwand und einem Beinahezusammenbruch auf dem Küchenboden nichts besseres rausgekommen ist, ärgert mich! Nun gut, abhaken und neue Rezepte suchen. Es wird doch etwas geben, das uns alle begeistert und mich nicht an den Rand der Verzweiflung treibt.

Fazit: Wenn du glaubst, du hast genug gesüßt, nimm nochmal die Gleiche Menge zucker dazu!

Donnerstag, 17. September 2009

Reisestationen -

4. Station: Schaumschlägerei

Obwohl ich letzte Woche nicht da war, kam mir doch durch geheime Quellen zu Ohren, dass der Wunsch nach Zitronencreme aufgekommen sei und als aufmerksame Dessertchefin geh ich natürlich auf solche Wünsche ein. Ich suchte in einem alten Kochbuch meiner Mutter und fand auch ein interessantes Rezept...unter dem für die Zitronencreme. Ein Rezept für Apfelsinenschaum (der auch mit Zitronen und anderen Zitrusfrüchten funktioniert). Da dieses Rezept wesentlich kalorienärmer wirkte, entschied ich mich dafür. Ich fand es aber ein wenig langweilig und wollte das Ganze durch eine interessante Verpackung aufpeppen. Also stand ich gestern gefühlte drei Stunden in meiner Miniküche und schmierte Schokolade in Muffinförmchen, in der Hoffnung das Ganze würde über nacht im Gefrierfach so fest, dass man es problemlos ablösen könne. Das tat es aber nicht. Es war ein schmierige Katastrophe.
Dann der Schaum...was soll ich sagen. Es wurde mehr Brei als Schaum und auch nicht richtig fest. Gott sei Dank haben die Gelatine und ich zueinander gefunden und ich glaube, es hat funktioniert. Geschmacklich halte ich das Ganze nämlich für vielversprechend. Sollte es jedoch nicht funktionieren, werde ich mit den Trümmern der Schokoladensauerei in meinem Gefrierfach eine Kalorienorgie veranstalten. HAH!

Erkenntnis der Woche: Ich bin nicht für diffiziele Arbeiten gemacht, keine Dekorationsexperimente mehr!

Freitag, 11. September 2009

Reiseberichte -

3. Bericht: Gleich und Gleich gesellt sich gern

Aber nicht in allen Lebensbereichen. Obwohl zwischen dem ersten und diesem Dessert enorme Unterschiede sowohl in den Zutaten als auch in der Zubereitung zu finden sind, konnten die Testerinnen keinen "eklatanten Unterschied" in der Qualität der beiden Desserts feststellen.
Während der einen Probandin die Beerenzubereitung zu süß war, empfand die Nächste sie als zu sauer. Einer Anderen machten ihre kernlichen Überreste im Nachhinein etwas zu schaffen.
Der, sich auf dem Dessert befindliche, Haselnusskrokant sorgte nicht für Begeisterungsstürme, wurde aber auch nicht bemängelt. Angemerkt wurde lediglich, dass er gegen Amarettinikrümel austauchbar wäre. Hierzu möchte ich anmerken, dass ich diese Variante ebenfalls gewählt hätte, wenn ich beim Einkauf schon gewusst hätte, dass Amaretto ein Bestandteil des Desserts würde.
Allem in Allem kam das Dessert aber ganz gut an und konnte sich mit durchschnittlich 7,5 Punkten haupten.

Fazit: Entweder fehlt es meinem Amaretto an Geschmack, oder aber wir sind so gut im Training, dass wir nicht mehr dazu in der Lage sind, seine 21,5 Umdrehungen wahrzunehmen.

Donnerstag, 10. September 2009

Reisestationen -

3. Station: Ein Hoch auf die Improvisation

Jeden Donnerstag stellt sich mir die Frage: "Was kredenzt du deinen Herzdamen denn heute Abend Schönes?" Es ist gar nicht so einfach abwechslungsreiche Gerichte zu zaubern und dabei jedes Mal den Geschmack von 7 Damen zu treffen.
Die eine verabscheut Kohl, die andere mag keine Zwiebeln. Die nächste verzehrt nichts, bei dem zu erahnen ist, um welches Tier es sich dabei handelt und an Innereien traut sich kaum eine heran.
Trotzdem bereitet es mir Freude, wenn ich es hinbekomme, alle zufrieden zu stellen und das ein oder andere Lob für meine Bemühungen zu ernten.
Auch das Covergirl stellt sich seit einiger Zeit dieser Herausforderung und gönnt sich in dieser Woche nun eine erste Verschnaufpause in den Bergen. Damit die Runde dennoch nicht auf ein leckeres Dessert verzichten muss, habe ich Covergirls Aufgabe übernommen und komme deshalb nun zum eigentlichen Thema: dem Dessert des heutigen Abends.
Im Vorfeld habe ich in zahlreichen Kochbüchern und im Internet nach leckeren und kalorienbewussten Desserts gesucht und musste leider feststellen, dass mir keins 100%ig zugesagt hat. Also habe ich es angepackt wie immer: Inspiriert durch meinen Magen, bin ich in den nächsten Lebensmittelladen gegangen und habe mir das in mein Einkaufskörbchen gelegt, von dem ich dachte, ich könnte etwas Leckeres daraus zaubern. An der Kasse lagen letztendlich folgende Zutaten auf dem Band:

1 Becher Joghurt (1,5% Fett)
1 Becher Magerquark
1 Becher Sahne (7 % Fett)
1 Becher Haselnusskrokant
1 Vanilleschote
1 Tüte Waldbeeren (TK)
1 Packung frische Brombeeren

Geboren war die Idee für eine Vanillecréme mit Waldbeeren.
Hierfür hatte ich geplant, den Quark und den Joghurt zu vermengen, das Mark der Vanilleschote hinzuzufügen, das Ganze mit Süßstoff zu süßen und die geschlagene Sahne letztendlich unterzuheben. Nette Idee, gell?
Der Süüüüüüßstoff und die fast zu Tode geschlagene, und sich dennoch nicht ergeben wollende, Sahne waren leider anderer Meinung. Planänderung: Flüssigsahne zur Créme geben und der Süße mit Limettensaft den Garaus machen. Auch gut.
Die Waldbeeren wollte ich lediglich auftauen und mit Süßstoff süßen.
Leider lächelte mich eine Amarettoflasche so herzallerliebst an, dass ich kurzerhand beschloss, die Waldbeeren mit Amaretto aufzukochen. Etwas Süßstoff, einen Spritzer Limettensaft und Speisestärke zur Bindung dazugegeben und fertig war's.
Mal schauen, was die Jury dazu zu sagen hat.

Erkenntnis der Woche: Die dekorative Darreichung der Köstlichkeit nimmt mehr Zeit in Anspruch an die Zubereitung.

DSCI0016

Freitag, 4. September 2009

Reiseberichte -

2. Bericht: Süß ist nicht gleich süß

Die Geschmäcker der Testerinnen sind tatsächlich sehr verschieden, ich hätte nicht gedacht, dass sich das so schnell zeigt. Der Tiramisu-Verschnitt kam eigentlich recht gut an, bekam solide sechs Punkte. Aber das eigentlich Interessante waren die verschiedenen Anregungen, die dieses Dessert hervorrief. Fangen wir unten an. Die Löffelbiskuits verdienen mehr Aufmerksamkeit. Obwohl ich sie schon mit Weißwein beträufelt hatte, wurden sie im Allgemeinen als zu langweilig bewertet. Als Tipp wurde mehr Weißwein, der klassische Amaretto, Pfirsichlikör (bei einer Pfirsich-Variante) und Cidre genannt. Für irgendwas sollte man sich jedenfalls entscheiden, sonst bleibt das eine eher trockene Angelegenheit. Dann zur Quark-Joghurt-Masse. Der fehlte ein wenig Süße, aber das ließe sich ja recht gut beheben. Die Apfel-Masse kam gut an, war auch nicht zu sauer. Mit Zimt sollte man hier auch nicht sparen, der bringt die nötige Würze. Für die meisten Diskussionen sorgte das (und ja, ich weiß, dass mindestens eine bei diesem Wort die Augen verdrehen wird, aber mir fällt grad kein anderes ein) Topping. Ich hatte mich für die klassische Kakao-Variante entschieden, was durchaus auf Zustimmung stieß, jedoch nicht als perfekt angesehen wurde. Ein Vorschlag war eine Zimt-Kakao-Version, die ich mir recht gut vorstellen kann. Außerdem wurde eine karamellisierte Zuckerschicht vorgeschlagen, aber dazu braucht man so nen Mini-Bunsenbrenner und den hab ich nicht. Am Interessantesten war die Diskusstion über die verschiedenen Zuckersorten, die sich dann entsponn.
"Brauner Zucker ist nicht unbedingt süßer, aber es schmeckt mehr nach Zucker."

Fazit: Leicht gemachte und variable Tiramisu-Alternative, die garantiert für interessante Gespräche sorgt!

Das Projekt

Eine übermotivierte Studentin,
Sechs wagemutige Testerinnen,
Unzählige Rezepte.

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